Curriculum Projektarbeit

 

1.      Leitideen und Richtziele

In der Projektarbeit werden die Grundlagen wissen­schaftlichen oder künstlerischen Arbeitens vermittelt, die für den späteren schulischen, beruflichen, mithin akademischen Erfolg nötig sind. Dafür findet manches schon in der individuellen Entwicklung, im schulischen Werdegang, im vorangegangenen gymnasialen Fachunterricht statt. Was dort Standard ist, soll in der Projektarbeit nicht wiederholt werden. Die Projektarbeit soll Einzelkompetenzen zusammenführen und ergänzen.

In erster Linie soll die Projektarbeit die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzen, eine in der 3. Klasse verlangte, im Wesentlichen individuelle, Maturarbeit erfolgreich zu bewältigen. Sie soll auch die Besonderheiten der Teamarbeit  bewusst machen.

Die Projektarbeit bietet Gelegenheit, im Rahmen einer Gruppe selbstständig eine wissenschaftliche oder künstlerische Fragestellung zu finden, sie zu untersuchen und zu bearbeiten, Antworten zu entwickeln und innert gegebener Frist die Arbeitsresultate schriftlich und mündlich, gegebenenfalls auch mit Werkergebnissen, zu präsentieren.

In der Regel wird das Projektthema im Schwerpunktfach gewählt und der Unterricht von der entsprechenden Lehrkraft geführt. Im Vordergrund stehen aber eher methodische (Prozess-) Erfahrungen und die daraus gewonnene Bildung, als fachliche (Produkt-) Ergebnisse. Letztendlich können Projekte auch erfolgreich sein, wenn sie im Ergebnis nicht dem ursprünglichen Ziel entsprechen.

Die Projektarbeit schlägt also eine Brücke vom Fachunterricht zur Maturarbeit, in der die Schülerinnen und Schüler dann durchaus zeigen sollen, dass sie mit den erlernten Methoden und inhaltlicher Eigenleistung fachliche Ergebnisse erzielen können. Ausserdem stellt die Projektarbeit neben Themen-/Projektwochen das einzige Unterrichtsgefäss in der Stundentafel dar, in der mit Gruppenarbeit gezielt Sozialkompetenzen, z.B. kommunikative und organisatorische, gestärkt und entwickelt werden sollen.

Die Qualitätsmassstäbe für die Schülerleistungen in der Projektarbeit liegen auf einer anderen Ebene als die des Fachunterrichts, und sind in wissenschaftlichen wie in künstlerischen Arbeiten durch folgende Merkmale charakterisiert:

 

-        Systematik: Die Schüler und Schülerinnen müssen geplant und methodisch strukturiert ihre Arbeit entwerfen, durchführen und zum Schluss bringen.

-        Wahrheit: Sie müssen nachvollziehbare Arbeit liefern und die Ergebnisse anderen so vermitteln, dass diese überprüfbar, respektive beurteilbar sind.

-        Neugier: Sie sollen in wissenschaftlichen wie in künstlerischen Arbeiten analytisch-untersuchende oder synthetisch-entwickelnde Themen wählen, in denen sie engagiert für sich oder für andere Neues erschliessen oder Bekanntes vertiefen.

-        Reflexion: Sie sollen in der Projektarbeit Fehler machen dürfen, müssen aber zeigen, dass sie daraus lernen können.

 

 

2.      Grobziele und Lerninhalte

Die Schülerinnen und Schüler sollen in der Projektarbeit die Schlüsselqualifikationen für eine erfolgreiche, den Standards genügende Realisierung ihrer individuellen Maturarbeit erlangen:

 

1.      Fachkompetenzen:
Sie vertiefen und erschliessen sich selbstständig Fachwissen und spezifische Fertigkeiten innerhalb des gewählten, (im Schwerpunktfach
angesiedelten) wissenschaftlichen oder künstlerischen Projekt­themas.

 

2.1.   Methodenkompetenzen aus dem Unterricht in anderen Fächern:
Sie erproben, ergänzen und vernetzen in einem grösseren Zusammen­hang einzelne, im vorangegangenen Fachunterricht erworbene, methodische Fähigkeiten und Fertigkeiten wissenschaftlichen oder künstlerischen Arbeitens (z.B. Mathematik: Datensammlung und -auswertung,  Geschichte: Quellen­analyse, Deutsch: Vortragstechnik, Bildnerisches Gestalten: Werkdokumentation).

 

2.2.   Übergreifende Methodenkompetenzen:
Sie gewinnen die nötigen Grundkenntnisse und Kompetenzen für die vollständige Bearbeitung einer wissenschaftlichen oder künstlerischen Problemstellung innerhalb einer vorgegebenen Frist (wissenschaftliche Methoden, kreative Prozesse).

 

2.3.   Organisatorische Methodenkompetenzen:
Sie gewinnen die nötigen Grundkenntnisse und Kompetenzen für die vollständige Bewältigung eines zielbestimmten, begrenzten Gemeinschaftsvorhabens (Projektmanagement).

 

3.      Selbst- und Sozialkompetenzen:
Sie gewinnen persönliches Profil, Selbstständigkeit, Kooperations- und Kritikfähigkeit (Projektmethode als Unterrichtsform).

 

 

3.      Weiterführende Dokumentation

Die Projektmethode                Anhand des Projektkonzeptes von K. Frey (Die Projektmethode. Weinheim: Beltz, 1982) werden der Verlauf eines Projektes skizziert und die Bedeutung einiger wichtiger Begriffe klargestellt.

Operationalisierte Lernziele    Die Lerninhalte zu den im Curriculum genannten Zielen sind hier nach Projektphasen (Karl Frey und Angela Frey-Eiling, Allgemeine Didaktik, Kap. 19 "Projektmethode", ETH Zürich, 2000) gegliedert dargestellt.